Die App die mich vor Panikattacken schützt

App gegen PanikattackenEine App, die vor Panikattacken schützt? Wie geht das? Nun, wer jetzt eine App zur Konzentrationslenkung, eine Spieleapp die volle Aufmerksamkeit erfordert oder ähnliches erwartet, den muss ich leider enttäuschen.

Stress reduzieren ist manchmal ganz einfach

Bekanntlich ist eine der Hauptursachen für Angststörungen und daraus resultierende Panikattacken ein dauerhaft zu hohes Stressniveau. Einerseits ist es dann wichtig den bereits vorhandenen Stress aktiv abzubauen. Da kommen Entspannungstechniken, aktive Erholung, Sport und ähnliches in Betracht.

Noch viel wichtiger ist es jedoch die Ursachen des dauerhaft erhöhten Stresslevels zu finden, und daran zu arbeiten. Sonst würde man mit Stressabbau zwar die Symptome bekämpfen, nicht jedoch die Ursachen. Leider ist dieses rumdoktern und unterdrücken von Symptomen in der Behandlung von Angststörungen eher die Regel als die Ausnahme. Statt seinen Alltag und Lebensstil zu hinterfragen werden Benzos oder andere Beruhigungsmittel genommen, zur Flasche oder dem Joint gegriffen – und so jahrelang kein echter Fortschritt erzielt.

Aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu meiner »Anti-Panikattacken-App«.

Stressfaktor: mangelnde Organisation

Wer mich privat oder im Berufsleben länger kennt, der weiß was für ein Chaot ich immer war. Jede Aufgabe bereitwillig annehmen, keine Scheu sich reinzuhängen, aber organisiert wie der Bau des BER: das totale Chaos.

Das führte immer wieder dazu, dass ich wichtige Aufgaben schlicht vergaß, während ich Stunde um Stunde mit irrelevantem verschwendete. Nicht selten kam es dann vor, dass mich kurz vor einer Deadline ein Kunde, bzw. nach Beendigung meiner Selbstständigkeit meine Chefs, auf Dinge ansprach für die ich zwar alle Zeit der Welt gehabt hätte, die ich dann aber einfach nicht mehr auf dem Radar hatte. Die Konsequenz: Stress, Hektik, verpasste Abgabetermine, schlechter Schlaf, Nacharbeiten nach Feierabend, zerfaserte Arbeitsabläufe.

To-Do-Listen entlasten das Gehirn und schaffen Struktur

Es ist wissenschaftlich vielfach belegt, dass simpel zu führende To-Do-Listen zu einer enormen psychischen Entlastung führen. Man muss Aufgaben nicht im Kopf behalten, kann sich Zwischen- und Zeitziele setzen und die Kapazitäten des Gehirns für wichtigeres nutzen.

Aufgaben schwarz auf weiß vor sich zu haben ermöglicht diese zu priorisieren, zu hinterfragen und entsprechende Zeitfenster einzuplanen. Nicht zuletzt sorgt das führen einer To-Do-Liste auch dafür, dass scheinbar unzählige zu erledigende Aufgaben sich als überschaubar und absolut beherrschbar erweisen. Das Chaos im Kopf klart auf, das abhaken erledigter Aufgaben sorgt für ein Erfolgserlebnis und hebt die Motivation, schließlich kommt man mit jeder erledigten Aufgabe seinem Tages-, Wochen- oder Monatsziel näher.

Eine To-Do-Liste hilft Überforderung vorzubeugen

Ebenfalls ein wichtiger Punkt: eine To-Do-Liste verschafft einem einen realistischen Überblick über die momentane persönliche Be- und Auslastung. Damit kann man effektiv der Überforderung vorbeugen, indem man Grenzen setzt, Aufgaben zu delegieren versucht, oder schlicht hinterfragt ob die Aufgaben denn tatsächlich erledigt werden müssen.

Meine To-Do-App: Wunderlist

Ich persönlich setze seit dem Sommer 2015 auf die kostenlose Variante von Wunderlist. Erhältlich in den App-Stores für Android, IOS und WindowsPhone, und selbstverständlich auch als Desktop-App für PC und Mac – sowie als Onlinevariante die im Browser läuft.

Wunderlist bietet mir alles, was ich brauche, unter anderem:

  • Anlegen beliebig vieler Listen
  • Termin- und Erinnerungsfunktion
  • Möglichkeit Teilziele zu definieren
  • Möglichkeit Listen mit anderen zu teilen – damit für einfaches Projektmanagement geeignet
  • und noch vieles mehr

Feuerprobe beim TONERDUMPING-Shop-Relaunch

Ende 2015 stand als erstes Großprojekt – nach meiner stationären psychiatrischen Behandlung aufgrund der Angststörung im Frühjahr – der Relaunch des Online-Shops von TONERDUMPING – meinem Arbeitgeber – an.

Ohne mit technischen Details zu langweilen, kann man ein solches Projekt als durchaus komplex betiteln. Viele Aufgaben sind zu erledigen, dazu kam mit dem Relaunch auch noch ein Serverumzug, der sich als nicht ganz unkompliziert erwies.

Als Leiter Design & Development hatte ich hier einen Großteil der Verantwortung dafür zu tragen, dass unsere Kunden weiter Toner, Druckerpatronen und Bürozubehör kaufen können. Vertraut mit unseren Zahlen war mir bewusst, welche finanziellen Einbußen jede Verzögerung sowohl unmittelbar als auch mittelfristig bedeutet.

Dank Wunderlist immer im grünen Stressbereich

Natürlich war dieser Relaunch Stress pur. Allerdings dank Wunderlist, welches ich auch den anderen Beteiligten aufgedrückt hatte immer im grünen Bereich! Und in erster Linie der antreibende, motivierende Eustress.  Ich kann nicht beurteilen, wie ich in dieser heißen Phase auf andere gewirkt habe. Innerlich war ich jedoch positiv angespannt, aber nie überfordert: denn mit meiner To-Do-Liste hatte ich immer die Gewissheit nichts relevantes vergessen zu können!

Das beruhigt, und sorgt dafür, dass man sich auf die jeweils aktuelle Aufgabe konzentrieren kann, statt im Hinterkopf zu haben, ob man womöglich was vergessen hat.

Nummer 1 der Angsthierarchie während des Shop-Relaunchs in Angriff genommen

Ich war letztendlich sogar so entspannt und ausgeglichen, dass ich ausgerechnet in dieser heißen Phase die Nummer 1 auf meiner persönlichen Angsthierarchie – das Zug fahren – in Angriff nehmen konnte. Erfolgreich, und nachhaltig. Seither bisher keinen Rückfall, und das bei fast täglichen Zugfahrten.

Starten mit einer Videoanleitung

In den nächsten Tage erleichtere ich interessierten den Einstieg mit einer kurzen Videoanleitung zu den Basics von Wunderlist. Selbstverständlich gibt es auch noch zahlreiche Alternativen. Abraten würde ich hingegen von Papier und Stift – diese machen an anderer Stelle immer noch am meisten Sinn, im Falle einer To-Do-Liste bietet moderne Softwarelösungen aber einfach zahlreiche Vorteile!

 

 

 

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